Stabsichtigkeit – kurz erklärt

23.05.2022

 

Liegt eine Stabsichtigkeit vor, sieht der Betroffene Objekte in der Nähe und in der Ferne unscharf. Ursache ist die Hornhautverkrümmung.

 

Unter einer Stabsichtigkeit (Fachwort: Astigmatismus) versteht man eine spezielle Sehstörung. Meistens kommt es durch eine unterschiedliche Wölbung der Hornhaut zu Fehlern bei der Abbildung und dadurch verzerrtes Sehen.
Seltener liegt die Ursache im Bereich der Linse, sehr selten im Bereich des Augenhintergrundes. Die Stabsichtigkeit geht häufig mit einer Weit- oder Kurzsichtigkeit einher. Ursachen für eine Stabsichtigkeit können genetisch bedingt sein, in diesen Fällen ist sie angeboren. Aber auch Narbenbildung oder bestimmte Erkrankungen können zu einem Astigmatismus führen. Diagnostiziert wird die Sehstörung, indem das Auge mit speziellen Geräten untersucht wird. Es gibt verschiedene Formen der Stabsichtigkeit. Je nach Form wird die Stabsichtigkeit entweder mit einer Brille mit speziell geschliffenen Gläsern oder geeigneten Kontaktlinsen behandelt, in bestimmten Fällen kommen auch Operationen mit oder ohne Implantate infrage.

 

Wie kommt es zu einer Stabsichtigkeit?

 

Normalerweise wölbt sich die Hornhaut kugelförmig und ist in allen Richtungen gleichmäßig gekrümmt. Treffen Lichtstrahlen, die von einem Objekt ausgehen, auf die Hornhaut auf, werden sie auch gleichmäßig gebrochen und auf der Netzhaut zu einem Punkt gebündelt. Ist die Krümmung der Hornhaut jedoch unregelmäßig, bricht sie die eintreffenden Lichtstrahlen verschieden stark. So entsteht auf der Netzhaut aus dem Gesehenen nicht mehr ein Punkt, sondern eine Linie, bzw. ein Stab – das Bild wird verzerrt. Mediziner sprechen deshalb von Stabsichtigkeit.

 

Welche Formen von Stabsichtigkeit werden unterschieden?

 

Am häufigsten krümmt sich die Hornhaut in der Senkrechten stärker als in der Horizontalen. In diesem Fall liegt eine Stabsichtigkeit “nach der Regel” vor. Ist die waagerechte Ebene stärker gebogen, handelt es sich um einen Astigmatismus “gegen die Regel”.

Des Weiteren unterscheiden Augenärzte zwischen einen regulären sowie einen irregulären Astigmatismus. Bei Ersterem stehen die unterschiedlichen gekrümmten Ebenen senkrecht zueinander, bei Letzerem ist die Hornhaut an verschiedenen Stellen unterschiedlich stark gebogen.

 

Ursachen: Was führt zu einer Stabsichtigkeit?

Der Astigmatismus nach der Regel ist in den meisten Fällen angeboren und wird vererbt. Doch es gibt auch Auslöser, die nichts mit den Genen zu tun haben:

  • So kann sich die Hornhaut zum Beispiel unregelmäßig krümmen, wenn das Oberlid zu stark auf diese drückt.
  • Narben und Krankheiten können Krümmung der Hornhaut verändern. Beim sogenannten Keratokonus wölbt sich die Hornhaut mit der Zeit so stark, dass sie einem Kegel ähnlich sieht.
  • Hornhauttrübungen, wie sie beim Grauen Star vorkommen, stellen manchmal ebenfalls die Ursache dar.

Nicht immer liegt der Stabsichtigkeit eine verformte Hornhaut zugrunde. Selten kann auch die Linse oder der Augenhintergrund Auslöser für eine Stabsichtigkeit sein.

 

 

Symptome: Welche Beschwerden bereitet eine Stabsichtigkeit?

 

Wer nur leicht stabsichtig ist, bemerkt dies oft gar nicht. Erst wenn die Sehstörung stärker ausgeprägt ist, fällt es auf. Betroffene sehen dann in der Ferne unscharf, aber auch in der Nähe. Gegenstände können entweder verschwommen oder verzerrt aussehen.
Da die Linse permanent versucht, das verzerrte Bild scharf abzubilden, werden die Muskeln im Auge oft angespannt. Das Sehen strengt an und die Augen schmerzen. Betroffene haben auch häufig Kopfschmerzen und ihre Augen brennen. Menschen die stabsichtig sind, leiden in vielen Fällen gleichzeitig an einer Kurz- und Weitsichtigkeit.

Eine Stabsichtigkeit verschlechtert sich im Normalfall nicht. Das heißt, die Betroffenen sehen immer gleich unscharf. “Erkrankt” man bereits im Kindesalter an Stabsichtigkeit, kann die Sehkraft allerdings mit der Zeit nachlassen.

 

Wie wird die Hornhautverkrümmung behandelt?

 

Sind die Augen optisch vermessen, dann sind auch die Sehfehler bekannt. Diese sind zum einen der (Fehl)-Winkel der Hornhautverkrümmung und der Brechwertfehler. Beide Fehler werden mit einer korrigierten Sehhilfe, entweder durch Brillengläser oder durch Kontaktlinsen mit einem eingeschliffenen Zylinder, welcher den Astigmatismus korrigiert, behoben.

Die Hornhautverkrümmung kann jedoch auch operativ mit einer Augen Laser OP korrigiert werden, in dem der Laser entsprechende Teile auf der Hornhaut abträgt, um so eine optimale Krümmung herzustellen. Allerdings wird eine solche Operation nur bei sehr starken Astigmatismus empfohlen, da das Risiko einer Abtragung größer ist, wenn es sich nur um geringfügige Korrekturen handelt, oder der Patient aus Eitelkeitsmotiven heraus keine Brille tragen möchte. Im Ergebnis einer Korrektur der Hornhautverkrümmung kann der Träger einer korrigierten Brille, oder von Kontaktlinsen wieder ein klares und unversehrtes Bild seiner Umwelt sehen und seine Einschränkungen, wie Schwindel und Augenbrennen sind verschwunden.

 

 

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