Gibt es ja nicht!

27.10.2022

Gibt es wirklich einen blinden Fleck im Auge?

Auch wenn wir ihn in unserem Alltag nie bemerken, wir haben ihn doch – den blinden Fleck im Auge. Der blinde Fleck ist, wie der Name vielleicht bereits vermuten lässt, ein Punkt auf der Netzhaut, auf dem wir blind sind.
Aber keine Sorge: das ist ganz normal. Jeder Mensch und alle anderen Wirbeltiere haben ihn.
Bereits im Jahr 1660 wurde der blinde Fleck von dem französischen Naturforscher Edme Mariotte entdeckt. Wo genau der blinde Fleck liegt, woher er kommt und wie wir ihn finden können, darum soll es in diesem Blog gehen.

Hier sitzt der blinde Fleck

Wenn wir etwas ansehen, fällt das Licht durch die Pupille des Auges auf die Netzhaut. Dort sitzen die lichtempfindlichen Sehzellen: Stäbchen und Zapfen.
Sie sorgen dafür, dass wir Helligkeit, Kontrast, Farben und Bewegung wahrnehmen. Ohne sie wäre das Sehen nicht möglich. An einer Stelle der Netzhaut, dem blinden Fleck, gibt es keine Sehzellen. Im Alltag merkt man nicht, dass man an dieser Stelle blind ist. Denn mit Hilfe der Informationen der umliegenden Stäbchen und Zapfen sowie der des jeweils anderen Auges ergänzt unser Gehirn das fehlende Stück des betrachteten Bildes.

Warum haben wir einen blinden Fleck?

Der blinde Fleck ist der Ort im Auge, an dem alle 1-2 Millionen Nervenfasern das Auge verlassen. Sie bilden an dieser Stelle den Sehnerv, der alle Informationen des Sehens an das Gehirn weiterleitet. Warum sich an dieser Stelle keine Stäbchen oder Zapfen befinden, hat evolutionäre Gründe. Denn das Auge des Menschen entstand aus dem Augenbläschen, praktisch einer Ausstülpung des Gehirns. Darum verlaufen die Nervenfasern auf der Innenseite der Netzhaut. Damit diese Nervenfasern, gebündelt zum Sehnerv, nun das Gehirn erreichen können, benötigen sie einen Durchgang nach draußen. Dieser “Durchgang” ist der blinde Fleck, praktisch ein Loch, das dementsprechend über keine Sehzellen verfügt. Diese Stelle wird auch Papille genannt.

Blinder Fleck – so finden wir ihn

Es ist gar nicht schwer, den eigenen blinden Fleck zu entdecken. Dazu brauchen wir ein Blatt Papier und einen Stift. Auf die rechte Seite des Blattes zeichnen wir ein Kreuz, auf die linke Seite einen Kreis. Die Symbole sollten sich dabei in einem horizontalen Abstand von etwa 12 cm zueinander befinden und nicht größer als 1,5 cm sein.
Nun schließen wir das rechte Auge und betrachten mit dem linken Auge das Kreuz. Der Kreis sollte dabei noch immer in unserem Sichtfeld liegen. Anschließend bewegen wir den Kopf vor und zurück. So erreichen wir irgendwann den bei jedem Menschen individuellenAbstand, bei dem der Kreis plötzlich verschwindet. Dies ist in etwa 45 cm Abstand vom Papier der Fall. Das ist unser blinder Fleck.

Dieses Experiment wurde so ähnlich übrigens auch vom Entdecker des blinden Flecks, Edme Mariotte, durchgeführt. Bei der Demonstration seiner Erkenntnisse brachte er so eine kleine Münze zum Verschwinden.

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